Ziele setzen, formulieren und erreichen – 6 Methoden

Selbstcoaching

2. Teil

 

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Ziele setzen, formulieren und erreichen – 6 Methoden

 

Es heißt: „Viele Wege führen zum Ziel!“

Hier findest du 6 bewährte Methoden, die dir dabei helfen, Ziele zu setzen, zu formulieren und zu erreichen.

 

1. Ziele setzen und erreichen – mit Hilfe von Fragen

 

Fragen bilden den Kern jeder Zieldefinition, Fragen bestimmen die Blickrichtung und Fragen lenken unser Denken.

 

Ziele sind die Antworten auf Fragen wie:

 

  • Was will ich erreichen? Bei dieser Frage geht es um Qualität
  • Wie viel will ich erreichen? Hierbei geht es um die Quantität
  • Warum will ich es erreichen? Was ist der Grund? Ist das Ziel attraktiv genug?
  • Bis wann will ich es erreichen? Welches ist ein realistischer, erreichbarer Termin
  • Wie will ich es erreichen? Einen Lösungsweg finden, ggf.Teilziele einplanen

 

Statt ganz allgemein den Wunsch zu äußern: z.B. „Ich will Abnehmen“ – eine Wunschäußerung ist weder ein Ziel noch ein Weg – können wir uns fragen:

 

  • Was genau ist mein Ziel – welches Bild verbinde ich damit – woran kann ich es messen?
    Eine konkrete Zielformulierung wäre: „Ich möchte wieder in meine Lieblingshose passen
  • Wie viel genau will ich abnehmen?
  • Was habe ich davon – wie fühle ich mich – wenn ich abgenommen habe?
  • Bis wann will ich – realistisch – mein Ziel erreichen?
  • Was hilft mir – wie erreiche ich mein Ziel? Was kann ich tun – was werde ich konkret tun?
    Z.B. Aktionsplan erstellen, eine/n Verbindlichkeitspartner*In suchenTeilziele definieren

Tipp: Je passgenauer die Fragen, desto konkreter und klarer werden die Ziele.

 

 

2. Ziele setzen und erreichen – nach Lebensbereichen

 

Manchmal kann es Sinn machen sich einzelne Bereiche – mit denen wir nicht zufrieden sind – genauer anzusehen, z.B.:

  • Gesundheit/Sport/Ernährung
  • Arbeit/Berufung/Verdienst/Weiterbildung/Beförderung
  • Soziale Kontakte/Freizeit/Aktivitäten
  • Familie/Partner
  • Finanzen/Vermögen/Altersvorsorge/Spenden
  • Innere Werte/Persönliche Ziele/Lebensplanung/Spirituelles Wachstum
  • Andere

 

Setze dich mit jedem einzelnen Bereich auseinander und unterteile die Themen in Teilbereiche.
Nimm dir Zeit genau zu überlegen, was gut läuft und dich zufrieden macht und was nicht.

Das ermöglicht dir in die Tiefe zu gehen, um noch genauer hinzusehen und anschließend die Ziele genauer zu definieren.

Vielleicht fühlst du dich „irgendwie unzufrieden“ in deinem Job, dann könntest du folgendermaßen vorgehen:

Du untergliederst den Bereich „Arbeit“ z.B. in…

  • Arbeitsplatz
  • Arbeitspensum
  • Arbeitszeiten
  • Vorgesetzte/Kollegen/Kunden/Auftraggeber
  • Arbeitszufriedenheit
  • Aufstiegschancen/Weiterbildungswünsche usw.

Vielleicht stellt sich beim Überdenken der einzelnen Punkte heraus, dass Kollegen, Vorgesetzte, Arbeitzeiten zufriedenstellend sind, aber die Art der Arbeit monoton und langweilig. Es fehlt an Abwechslung. Dazu kommen ständige Rückenbeschwerden, weil dein Arbeitsplatz im Durchzug liegt.

 

Deine Ziele wären demnach:

  • neue Herausforderungen schaffen, die für mehr Motivation und Inspiration sorgen
  • den Arbeitsplatz modifizieren, damit sich das körperliches Wohlbefinden verbessert

 

 

3. Ziele setzen und erreichen – angelehnt am Idealzustand

 

Bei dieser Methode geht es darum eine Vorstellung von einem Idealzustand zu entwickeln. Wir malen uns diesen so bildhaft und detailliert wie möglich aus – je genauer, desto besser!

Wenn zum Beispiel das Ziel ein neuer Freundeskreis ist, eine Gruppe, die sich regelmäßig trifft, Menschen die zusammen kochen und Ausflüge machen, stellen wir uns das so differenziert wie möglich vor und planen dann – rückwärts – die konkrete Umsetzung dieses Ziels.

 

4. Ziele setzen und erreichen – mit Hilfe von Collagen

 

Eine Möglichkeit für Menschen, die reale Bilder brauchen, um sich Ziele besser vorzustellen, ist das Entwickeln von Zielcollagen.
Hierbei kann man so richtig kreativ sein, mit Bildern, Texten, Objekten, Zeichnungen, Prospekten, Zeitungsausschnitten….

Es kann ausgesprochen hilfreich sein diese Collage an einem zentralen Punkt zu platzieren, um sich die Bilder – und damit das Ziel – immer wieder in Erinnerung zu rufen.
Außerdem kann die Collage weiterentwickelt werden, wenn es der Zieldefinition und -umsetzung dient.

 

5. Ziele setzen und erreichen – mit der SMART-Methode (Projektmanagement)

 

Wenn der Schweinehund immer wieder siegt, Alltag und Gewohnheiten die Ziele versanden lassen, die Ziele zu vage formuliert sind oder der erste Gegenwind uns hat schwächeln – oder gar abbrechen – lassen, dann kann diese Methode hilfreich sein.

SMART bedeutet in dem Fall:

S = Spezifisch

M = Messbar

A = Attraktiv

R = Realistisch

T = Terminiert

 

Ziele setzen – S = Spezifisch:

Was soll genau erreicht werden?
Ziele sollten eindeutig definiert sein – so präzise und konkret wie möglich – damit aus einem Wunsch oder vagem Gefühl ein konkretes Ziel wird.

„Abnehmen“ wäre ein Wunsch.
10 Kilo in 10 Wochen Abnehmen, mit Hilfe einer Diät und 5 Stunden Sport pro Woche, ist ein Ziel.

Wer seine Ziele aufschreibt, gibt ihnen Verbindlichkeit und macht sie kontrollierbar.

 

Ziele setzen – M = Messbar:

Eine Zielerreichung sollte kontrollierbar und somit messbar sein (Messbarkeitskriterien).
Frage dich: Woran genau merke ich, dass ich das Ziel erreicht habe?

Festgelegte Zeiten und Timelines können dabei helfen.

In vielen Fällen ist es einfach, die Messgröße zu bestimmen und es ist messbar.
Wir wollen 10 Kilogramm abnehmen, einen bestimmten Geldbetrag für den Urlaub sparen, eine bestimmte Anzahl Qualitätsstunden mit dem Partner/der Partnerin verbringen.

Aber nicht jedes Ziel ist in Zahlen messbar. In diesen Fällen suchen wir nach anderen Indikatoren zur Beurteilung der Zielerreichung:

Wenn es um eine Webseite geht, könnten wir es an den Besucherzahlen oder der Verweildauer festmachen. Bei einer öffentlichen Veranstaltung können wir es auch an den Besucherzahlen festmachen oder an der anschließenden Resonanz.

Hilfreiche Indikatoren sind auch die „ZWERG-Kriterien“. D.h. ein Ziel gilt als messbar, wenn eins der folgenden Kriterien erfüllt wird:

 

Z = Zentral

W= Wirtschaftlich

E = Einfach

R = Rechtzeitig

G = Genau

 

Ziele setzen – A = Attraktiv:

Ziele sollten positiv, ausführbar und anspruchsvoll sein.

Attraktives Ziele, die zu unserem Leben und unserer Persönlichkeit passen, helfen uns in Bewegung zu kommen. Wenn der Arzt uns den Rat gibt abzunehmen, dann ist es nicht unser Ziel, wenn wir in unsere „alte“ Jeans passen oder der jungen Kollegin gefallen möchten, dann ist es unser persönliches Ziel. Der Ansporn ist wesentlich größer.

 

Ziele setzen – R = Realistisch:

Ziele müssen möglich sein!

Das Ziel darf gern hoch gesteckt sein. Hochgesteckte Ziele fordern uns.
Sie sollten uns aber auch nicht überfordern. Ein unerreichbares Zeil kann schnell demotivieren.
Es macht durchaus Sinn, im Vorfeld Fähigkeiten, Resourcen und Kompetenzen zu überprüfen und ggf. zu vertiefen, um die Voraussetzungen für eine realistische Erreichbarkeit zu verbessern.
Die Aufteilung sehr großer Ziele in kleinere Teilziele ist sinnvoll, um am Ball zu bleiben und mit den Erfolgserlebnissen zu wachsen.

 

Ziele setzen – T = Terminieren:

Zu jedem Ziel gehört eine klare, verbindliche Terminvorgabe, die einen Zeitrahmen oder ein festes Datum vorgibt.

Bei fehlender Terminierung lassen wir uns gern ablenken und es wird häufiger aufgeschoben.
Nur zu leicht enden Ziele als fixe Ideen und Lippenbekenntnisse.

Der Termin ist das entscheidende Merkmal eines echten Zieles!

Studien haben gezeigt, dass Menschen mit Termindruck erfolgreicher bei der Zielumsetzung sind.

 

 

6. Ziele setzen – auf Widersprüche überprüfen

 

Nachdem wir unsere Ziele schriftlich fixiert haben macht es Sinn sie auf Widersprüche zu überprüfen; denn wer sich widersprüchliche Ziele setzt, bremst sich selbst aus und vergeudet seine Energien.

 

Ziel-Beziehungen

Es wird zwischen 3 Ziel-Beziehungen unterschieden:

 

  • komplementäre Ziele = sich ergänzende Ziele.
    Wird das eine Ziel erreicht, so wird ein anderes Ziel mit erreicht oder zumindest begünstigt.
  • konkurrierende Ziele = widersprüchliche Ziele.
    Zwei Ziele, die zueinander im Widerspruch stehen. Nähert man sich dem einen Ziel, entfernt man sich von dem anderen.
  • indifferente Ziele = neutrale Ziele.
    Die Erreichung des einen Ziels ist völlig unabhängig von der Erreichung des anderen Ziels.
    Da wir unsere Zeit aber nur einmal einsetzen können, bleibt während der Umsetzung von Ziel 1 weniger Zeit für Ziel 2.

 

Tipp: Suche möglichst nach komplementären Zielen!
Wenn du zum Beispiel einen Tanzkurs machen möchtest (Ziel 1) und im Urlaub mehr Menschen kennenlernen willst (Ziel 2), dann lassen sich die beiden Ziele ideal verbinden:
Einfach im Urlaub einen Tanzkurs buchen.

Handelt es sich allerdings um konkurrierenden Ziele, dann solltest du priorisieren.
Frage dich: Was ist in diesem Moment das eine wichtige Ziel?

 

Ziel-Beispiele:

 

  • Täglich 2 Stunden an der Dissertation schreiben
  • Bis Weihnachten den Tanzkurs absolviert haben
  • Fallschirm springen
  • Bis zum Urlaub mein Wunschgewicht von 60 Kilogramm erreichen
  • Mir eine Selbstständig aufbauen
  • Auf der Karriereleiter eine Stufe höher steigen
  • Eine Gehaltserhöhung von 10% im nächsten Jahr
  • Keinen Zucker mehr essen
  • Einmal pro Woche mit der Partnerin/dem Partner etwas gemeinsam unternehmen
  • Endlich wieder Sport machen
  • Das Wohnzimmer renovieren
  • Ein Baby bekommen
  • Im Urlaub mehr Menschen kennenlernen
  • Mehr Zeit für mich allein und für Hobbys haben

 

 

Überprüfung der Ziel-Beziehungen

 

Ziel 1 Ziel 2 Zielbeziehung
Täglich 2 Stunden an der Dissertation schreiben Auf der Karriereleiter eine Stufe höher steigen Komplementär.
Die Ziele ergänzen sich gut.
Mehr Zeit für mich allein und für Hobbys haben Ein Baby bekommen Konkurrierend.
Die Ziele schließen sich gegenseitig aus.
Keinen Zucker mehr essen Das Wohnzimmer renovieren Indifferent.
Die Ziele sind unabhängig voneinander.

 

Extra-Tipp: 

 

Über das Erfolgreichsein oder Aufgeben entscheidet häufig eine wesentliche Zutat. Diese Zutat heißt: „Kontinuität – kontinuierlich etwas dafür tun, und zwar konsequent“. 

Viele Menschen machen Kontinuität abhängig von Ergebnissen. Und darum hören sie auf, bevor sich Ergebnisse zeigen.

Erfolgserlebnisse kommen, wenn wir weitermachen – nicht, wenn wir mittendrin aufhören.

Automatismus hilft, um Kontinuität zu erreichen – egal, ob es sich um Sport oder wiederkehrende (und womöglich unliebsame) Aufgaben handelt.

Um mehr Kontinuität zu erlangen und konsequenter zu werden, könnte dir vielleicht dieser Beitrag helfen.

 

Diese Bücher zum Thema kann ich sehr empfehlen :
               

 

 

Hier weiterlesen: So erstellst du einen Aktionsplan

Fotos:

Titel/Puzzle: © RainerSturm / Pixelio.de, Sanduhr: © Lupo / Pixelio.de; Kalender: © mark van der hell / Pixelio.de
Quellen: wikipedia.de, ziele-sicher-erreichen.de